Refsum
verstehen

Leben
verbessern

Ein kühnes Beginnen ist halbes Gewinnen.

Verschiedene Lebensmittel, die sich für die Ernährung eignen. Von oben fotografiert: Eine Avocado, Linsen, Reis und Nüsse

Alles Wichtige auf einen Blick

Hier finden Sie den aktuellen Ernährungsleitfaden, die Ernährungsampel und alle Neuerungen zum Download.

Die Westminster-Refsum-Diät

Die Westminster-Refsum-Diät senkt nachweislich die Menge an Phytansäure im Blut.
Sie setzt an zwei Stellen an:
1. Aufnahme von Phytansäure reduzieren
Lebensmittel mit hohem Phytansäuregehalt werden eingeschränkt bzw. vermieden.
2. Freisetzung von Phytansäure aus den körpereigenen Fettspeichern vermeiden
Dazu gehören:
regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichend Kohlenhydraten,
eine ausreichende Energiezufuhr (Kalorien),
eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten vor und während längerer körperlicher Aktivität,
der richtige Umgang mit Erkrankungen mithilfe eines Notfallplans,
die Vermeidung eines ungeplanten Gewichtsverlusts und
die Begrenzung von Koffein.

Wie funktioniert die Westminster Refsum Diät?

Die Westminster-Refsum-Diät senkt nachweislich die Menge an Phytansäure im Blut.

Die Diät wirkt durch:

  1. Einschränkung von Lebensmitteln mit hohem Phytansäuregehalt
  2. Reduktion der Freisetzung von Phytansäure aus den Körperspeichern, indem Sie regelmäßig kohlenhydrathaltige Mahlzeiten zu sich nehmen, ausreichend Energie (Kalorien) zu sich nehmen, sich rund um das Training ausreichend mit Energie versorgen, Krankheiten mit einer Notfallkur bewältigen, ungeplanten Gewichtsverlust verhindern und Koffein begrenzen

Die Diät funktioniert auf zwei Arten:

  • Sie beschränkt die Aufnahme von Lebensmitteln, die reich an Phytansäure sind und von Lebensmitteln, die der Körper in Phytansäure umwandeln kann, auf ein Maß, dass der Körper verarbeiten kann.
  • Sie unterstützt den allgemeinen Stoffwechsel, damit der Körper nicht mehr Phytansäure aus den Körperspeichern freisetzt als er verarbeiten kann.

Kohlenhydrate sind wichtig!

Kohlenhydrate sollten zu jeder Mahlzeit gehören. Das Gehirn benötigt regelmäßig Glukose. Fehlt diese Zufuhr, greift der Körper zunächst auf seine Kohlenhydratspeicher zurück. Sind diese aufgebraucht, beginnt er, Fettreserven abzubauen. Dabei kann Phytansäure aus dem Körperfett freigesetzt werden.
Deshalb ist es bei Refsum besonders wichtig, keine kohlenhydratarme Ernährung einzuhalten.
Kohlenhydrate können beispielsweise aus stärkehaltigen Lebensmitteln wie Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und Frühstücksflocken sowie aus zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Obst, Süßigkeiten und Fruchtsaft stammen.

Die Kohlenhydrate sollten über den gesamten Tag verteilt aufgenommen werden:
• zu jeder Mahlzeit und in Zwischenmahlzeiten,
• einschließlich eines Snacks vor dem Schlafengehen,
• insgesamt mindestens 200 g Kohlenhydrate pro Tag.

Kohlenhydratfreie Mahlzeiten sollten vermieden werden.

Kohlenhydrate und Bewegung

Auch beim Sport ist eine ausreichende Kohlenhydratversorgung wichtig. Vor dem Training sollte eine kohlenhydrathaltige Mahlzeit oder ein entsprechender Snack eingeplant werden.
Dauert die körperliche Aktivität länger als 45 Minuten, sollten auch währenddessen Kohlenhydrate aufgenommen werden. Bei einem 90-minütigen Spaziergang empfiehlt die Guidance beispielsweise nach etwa 45 Minuten einen kleinen Snack wie eine Banane oder einige Datteln.
Wer ohne ausreichende Kohlenhydratversorgung trainiert, riskiert, dass der Körper Fettreserven abbaut und dabei Phytansäure freisetzt.
Wenn Sie mit einem neuen Trainingsprogramm beginnen oder Ihr Trainingspensum deutlich erhöhen möchten, besprechen Sie dies mit Ihrem Ernährungsberater.
Bei weiteren Erkrankungen wie Diabetes sollten die Empfehlungen individuell mit einem Ernährungsberater abgestimmt werden.

Proteinquellen bei der Refsum-Krankheit

Eiweiß ist ein wichtiger Nährstoff für Wachstum, Entwicklung und den Erhalt der Muskulatur. Eiweißhaltige Lebensmittel sollten bei den Mahlzeiten etwa ein Drittel des Tellers ausmachen. Einige eiweißreiche Lebensmittel enthalten viel Phytansäure, zum Beispiel Rindfleisch, Lammfleisch, Käse und Vollmilch, und sollten deshalb vermieden werden. Es gibt jedoch zahlreiche geeignete Proteinquellen. Auch Gemüse, Getreide und Körner liefern Eiweiß. Beispiele für geeignete Proteinquellen aus der grünen Liste der Stufe 1 sind: Fleisch und Eier: Huhn, Pute, Entenbrust, mageres Schweinefleisch, Eier Fisch und Meeresfrüchte: Köhler (Pollachius virens), Süßwasserbarsch, Seezunge, Echte Rotzunge/Limande, Maine-Hummer, Venusmuscheln, Garnelen/Shrimps und Jakobsmuscheln Pflanzliche Proteinquellen: Tofu, Quorn sowie verschiedene Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen, schwarze Bohnen, grüne Linsen, Kichererbsen und Sojabohnen Milchprodukte und Alternativen: fettfreie Milch, fettfreier Joghurt und Sojajoghurt Nüsse und Samen: verschiedene Nüsse und Samen entsprechend der Ernährungsampel Die vollständige Auswahl und Einstufung finden Sie in der aktuellen Ernährungsampel 2026.
  • Huhn, Pute, Entenbrust, mageres Schweinefleisch, z. B. Schweinelende, Schinken ohne Fett, Rückenspeck ohne Fett
  • Eier
  • Jakobsmuscheln, Hummer, Venusmuscheln – Barsch (wild), Köhler, Seezunge
  • Quorn
  • Tofu
  • Kidneybohnen, schwarze Bohnen, grüne Linsen, Butterbohnen, Kichererbsen
  • Molkepulver
  • Fettfreier Kuhjoghurt
  • Sojajoghurt
  • Fettfreie Milch
  • Mandeln, Cashewnüsse, Walnüsse, Pistazien, Haselnüsse, Macadamianüsse
    – Kürbis- und Sonnenblumenkerne

Essen Sie regelmäßig Mahlzeiten und Snacks

Planen Sie regelmäßig Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie einen Snack vor dem Schlafengehen ein. Liegen zwischen zwei Mahlzeiten vier Stunden oder mehr, sollten Sie zusätzlich einen Snack zu sich nehmen.
Das Frühstück ist besonders wichtig, um die nächtliche Fastenphase zu beenden. Trainieren Sie morgens nicht, bevor Sie gefrühstückt haben.

Gewichtsabnahme
Eine Diät zur Gewichtsabnahme wird nicht empfohlen, außer unter enger Begleitung durch Ihr Ärzte- und Ernährungsteam.
Wenn eine Gewichtsabnahme gewünscht oder medizinisch notwendig ist, sollte gemeinsam mit dem medizinischen Team und dem Ernährungsberater ein geeigneter Plan erstellt und der Phytansäurespiegel regelmäßig kontrolliert werden.
Beim Abnehmen wird Phytansäure aus den Fettspeichern freigesetzt. Deshalb sollte eine Gewichtsabnahme, wenn sie erforderlich ist, sehr langsam erfolgen.

Ein Brett mit geschnittenen Bananen
Eine Schale mit Walnüssen
Ein Korb mit grünen Äpfeln

Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend essenzielle Fettsäuren zu sich nehmen

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind essenzielle Fettsäuren. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, deshalb müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Pflanzliche Öle können bei einer phytansäurearmen Ernährung eine wichtige Quelle für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sein. Omega-6-Fettsäuren sind außerdem beispielsweise in Hühnerfleisch, Eiern und Vollkornbrot enthalten. Es ist wichtig, mit Ihrem Ernährungsberater zu besprechen, wie eine ausreichende Versorgung mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Ihrer Ernährung sichergestellt werden kann.

Ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sicherstellen

Bei einer speziellen Ernährung ist es wichtig, bestimmte Blutwerte regelmäßig zu kontrollieren. Dazu gehören beispielsweise Vitamin B12, Folsäure, Ferritin und Vitamin D. Diese Werte sollten jährlich kontrolliert werden. Bei einem festgestellten Mangel sollten Vitamine oder Mineralstoffe entsprechend ergänzt werden.

Vermeiden Sie eine hohe Koffeinaufnahme

Eine hohe Koffeinzufuhr, beispielsweise durch Energy-Drinks, Sportgetränke oder größere Mengen Kaffee, wird nicht empfohlen. Wenn Sie koffeinhaltige Produkte konsumieren, empfiehlt die Guidance eine moderate Koffeinzufuhr: Erwachsene Frauen, die keine Schwangerschaft planen: 200–350 mg Koffein pro Tag Erwachsene Männer: 300–450 mg Koffein pro Tag Anschließend kann eure Tabelle mit den Beispielen zum Koffeingehalt stehen bleiben. Die Werte in der vorhandenen Grafik entsprechen ebenfalls der 2026-Guidance: Sport-/Energygetränke 80–300 mg, Tee 40–70 mg, Instantkaffee 52–85 mg, Cola 11–70 mg, pharmazeutische Produkte 25–65 mg und Energieergänzungen 35–50 mg.

Erläuterungen zur Ernährungsrichtlinie

In diesem Video werden die Ernährungsrichtlinien aus dem Jahr 2024 für die Refsum-Erkrankung erläutert. Viele der grundlegenden Empfehlungen gelten weiterhin. Bitte beachten Sie: Seit 2026 liegt eine aktualisierte Ernährungsrichtlinie vor. Die aktuellen Lebensmitteleinstufungen und Empfehlungen finden Sie in unserer Ernährungsampel 2026. So können wir das vorhandene Video weiterhin sinnvoll nutzen, ohne dass jemand denkt, die darin gezeigten Lebensmittellisten seien automatisch auf dem Stand 2026.

Anleitung für Stufe 1

Es wird empfohlen, dass alle Menschen mit der Refsum-Krankheit die Ernährungsempfehlungen der Stufe 1 befolgen.
Bitte beachten Sie, dass die folgenden Hinweise allgemeine Ernährungsempfehlungen enthalten. Die individuelle Lebensmittelauswahl, der Ernährungsbedarf und der Phytansäurespiegel können jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein. Besprechen Sie Ihre Ernährung deshalb mit Ihrem Ernährungsberater, um eine auf Sie abgestimmte Beratung zu erhalten.

Fleisch und Eier

  • Huhn
  • Hühnerleber
  • Entenbrust
  • Eier
  • Pute
  • Mageres Schweinefleisch (z. B. Filet und Lende)
  • Fettarmer Schinken
  • Speck (nur Rückenspeck oder Lendenspeck, ohne Fett)
  • Getrocknetes Schweinefleisch / Prosciutto
  • Salami, nur aus Schweinefleisch
  • Chorizo, nur aus Schweinefleisch
  • Wildschwein

Meeresfrüchte

  • Venusmuscheln**
  • Köhler
  • Hummer*
  • Barsch (wild)
  • Jakobsmuscheln
  • Seezunge
  • Garnelen und Shrimps

Milch und Milch­alternativen

  • Kokosnuss-, Hafer- und Sojajoghurt
  • Fettfreier Kuhjoghurt
  • Fettfreie oder 1-2% fette Kuhmilch (ohne DHA)
  • Hafer-, Kokosnuss-, Reis- und Sojamilch
  • Frischkäse mit sehr geringem Fettgehalt
  • Molkepulver
  • Milchfreie Schlagsahne

Fleisch­alternativen

  • Quorn
  • Tofu
  • Beyond Burger*

*Analysiert wurde ein bestimmtes US-Produkt.

Hülsenfrüchte

  • Schwarze Bohnen
  • Butterbohnen
  • Kichererbsen
  • Edamame-Bohnen
  • Grüne Linsen
  • Kidneybohnen
  • Cannellini-Bohnen / weiße Kidneybohnen
  • Sojabohnen
  • Augenbohnen / Black-Eyed Beans
  • Gigantes / griechische weiße Riesenbohnen
  • Borlotti-/Cranberry-Bohnen
  • Pintobohnen

Käse und Käse­alternativen

  • Veganer und milchfreier Käse
  • Veganer Streichkäse
  • Fettfreier Mozzarella

Sonstiges

  • Nori
  • Wasabi
  • Fischsoße
  • Kräuter
  • Gewürze
  • Ketchup / Tomatensoße
  • Bisto-Soßenpulver
  • Brühe – Huhn oder
  • Gemüse
  • Honig
  • Marmelade
  • Marmite
  • Kakao-Pulver
  • Chips / Kartoffelchips
  • Fertigsoßen mit phytansäurearmen Zutaten (einschließlich Molkenprotein, Milchprotein oder Magermilch)
  • Selbstgemachte Puddings mit ausschließlich phytansäurearmen Zutaten
  • Gelatine aus Fisch und Rind
  • Kakaobutter

Getreide und Getreide­erzeugnisse

  • Brot (Weißbrot, Roggenbrot, Vollkornbrot)
  • Frühstücks­cerealien (ohne Zusatz von Milch / Milchprodukten
  • Kekse
  • Mehl (Weißmehl, Vollkornmehl)
  • Teigwaren / Nudeln
  • Perlgraupen
  • Haferflocken
  • Reis
  • Sago
  • Tapioka
  • Weiße Quinoa

Nüsse und Samen

  • Mandeln
  • Schwarze Chiasamen
  • Schwarze Sesamsamen
  • Paranüsse
  • Cashewnüsse
  • Kokosnuss
  • Goldene Leinsamen
  • Haselnüsse
  • Macadamianüsse
  • Erdnüsse
  • Pecannüsse
  • Pinienkerne
  • Pistazien
  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumen­kerne
  • Tahini (weiße Sesampaste)
  • Walnüsse
  • Weiße Sesamsamen
  • Nussbutter aus einer der oben genannten Nussarten/Saaten

Früchte und Gemüse

  • Früchte:
    Alle frischen und getrockneten Früchte
  • Gemüse:
    Alle frischen und gefrorenen Gemüsesorten

Fette und Öle

  • Pflanzliche Öle
  • Nuss- und Samenöle aus den oben genannten Nüssen und Samen (außer Leinsamen-/Leinöl)
  • Gemüsetalg
  • Vegane und pflanzliche Ölaufstriche

Kekse und Süßwaren

  • Gekochte Bonbons oder Kandiszucker
  • Backen ohne Milchprodukte (ohne Milch, Butter und Sahne)
  • Dunkle Schokolade (z. B. 70 oder 90% Kakao)
  • Lakritze
  • Vegane / milchfreie Schokolade
  • Veganes Gebäck
  • Veganes Speiseeis

Getränke

  • Tee
  • Fruchtsaft
  • Kaffee (siehe Informationen zu Koffein­empfehlungen)

Hinweise

*Es liegen nur Analysedaten für Maine-Hummer vor. Es wird davon ausgegangen, dass der Gehalt bei anderen Hummern gleich ist; die Zuchtmethoden können jedoch den Phytansäuregehalt beeinflussen.

**Es liegen nur Analysedaten für gehackte Venusmuscheln vor. Es wird davon ausgegangen, dass der Gehalt für alle Muscheln gleich ist; die Zuchtmethoden können jedoch den Phytansäuregehalt beeinflussen.

Vorsicht!

Diese Lebensmittel sollten nur eingeschränkt verzehrt werden, da sie mäßige Mengen an Phytansäure enthalten. Pro Tag dürfen insgesamt maximal 100 g aus dieser Kategorie verzehrt werden. Dabei können Sie entweder ein einzelnes Lebensmittel oder eine beliebige Kombination der unten aufgeführten Lebensmittel wählen. Beispiel: 50 g eines Lebensmittels + 50 g eines anderen Lebensmittels entsprechen zusammen der maximalen Tagesmenge von 100 g. Bleibt Ihr Phytansäurespiegel trotz dieser Einschränkungen erhöht, wenden Sie sich bitte an Ihren Ernährungsberater.

Fleisch

  • Frankfurter Würstchen
  • Kaninchen
  • Kalbfleisch
  • Fetter Speck
  • Schweinebauch, Schweinespeck, Schweinswürste und Schulter (fettreichere Teile)
  • Mortadella

Meeresfrüchte

  • Calamari (nicht paniert/bröselig)
  • Heilbutt
  • Hering
  • Thunfisch­konserven (in Wasser / Salzlake)
  • Seeteufel / Monkfish

Hülsenfrüchte

  • Gebackene Bohnen

Molkerei

  • Fettfreier und fettarmer Hüttenkäse

Getreide

  • Reis-Crispies

Stop!

Diese Lebensmittel sollten vermieden werden, da sie viel Phytansäure enthalten.

Fleisch

  • Rindfleisch
  • Ziege
  • Lamm
  • Hammel
  • Schaf
  • Wildbret
  • Innereien vom Schwein (Zunge, Leber, Niere)
  • Reh

Meeresfrüchte

  • Kabeljau
  • Krabben, Konserven, weißes Fleisch
  • Flunder
  • Frischer Thunfisch
  • Schellfisch
  • Makrele
  • Austern
  • Scholle
  • Lachs
  • Sardinen
  • Geräucherter Lachs
  • Forelle
  • Pollack / Heller Seelachs (Pollachius pollachius)
  • Wolfsbarsch
  • Wittling
  • Hecht
  • Krabben / Crab

Milch und Milch­erzeugnisse

  • Alle Milchcremes (z. B. Doppelrahm, saure Sahne, einfache Sahne, Schlagsahne)
  • Buttermilch
  • Fettfreie Milch mit Zusatz von DHA (Omega 3)
  • Vollfett, Vollmilch oder Milch mit mehr als 2 g Fett pro 100 ml
  • Kondensmilch
  • Vollfett-Joghurt
  • Speiseeis

Käse und Käse­erzeugnisse

  • Schmelzkäse
  • Vollfetter Hüttenkäse
  • Frischkäse
  • Hart- und Weichkäse (Kuh-, Schaf- und Ziegenkäse, einschließlich Leichtkäse)
  • Schmelzkäse
  • Halloumi

Fette und Öle

  • Algenöl
  • Rindertalg
  • Butter und Halbfettbutter
  • Leinsamen / Leinöl
  • Fischöl
  • Ghee
  • Margarine (wenn sie Milch und Milchprodukte enthält)
  • Krillöl

Getreide und Getreide­erzeugnisse

  • Brote mit Milchprodukten (z. B. Brioche, Croissants)
  • Cerealien mit Milchprodukten

Gemüse

  • Kartoffelflocken, Trockenkartoffeln oder Kartoffelpüree aus der Packung (falls Milchprodukte in der Zutatenliste enthalten sind)

Kekse und Süßwaren

  • Alle Backwaren, die Butter, Milch oder andere Milchprodukte enthalten
  • Schokolade (weiße und Milchschokolade)

Sonstiges

  • Brühe – Rind oder Lamm
  • Fertigsoßen, die Milchprodukte wie Sahne oder Milch enthalten

Anleitung für Stufe 2

Wenn Ihr Phytansäurespiegel trotz Befolgung aller Empfehlungen der Stufe 1 weiterhin erhöht ist, kann zusätzlich Stufe 2 empfohlen werden. Die in Stufe 2 aufgeführten Lebensmittel enthalten Phytylfettsäureester, die möglicherweise den Phytansäurespiegel im Blut beeinflussen können. Wenn Sie diese Lebensmittel regelmäßig verzehren, besprechen Sie mit Ihrem Ernährungsberater, ob und wie sie eingeschränkt werden sollten. Wichtig: Stufe 2 ergänzt Stufe 1. Ein Lebensmittel kann in Stufe 1 erlaubt sein, in Stufe 2 jedoch eingeschränkt werden. Wenn Ihnen empfohlen wurde, Stufe 2 zu befolgen, hat die Einstufung der Stufe 2 für dieses Lebensmittel Vorrang.

Vorsicht!

Diese Lebensmittel enthalten moderate Mengen an Phytylfettsäureestern. Pro Tag dürfen insgesamt maximal 100 g aus dieser Kategorie verzehrt werden. Dabei können Sie entweder ein einzelnes Lebensmittel oder eine beliebige Kombination der unten aufgeführten Lebensmittel wählen.

Nüsse und Öle

  • Tahini (weiße Sesampaste)
  • Weißer Sesam
  • Kürbiskerne
  • Sesamsamenöl
  • Olivenöl
  • Sojaöl
  • Erdnussöl
  • Erdnussbutter
  • Erdnüsse
  • Pekannüsse

Gemüse

  • Brokkoli
  • Rucola
  • Rote und gelbe Paprikaschoten
  • Grüne Oliven
  • Edamame-Bohnen
  • Kichererbsen

Sonstiges

  • Milchfreie / vegane Butter, Käse, Frischkäse, Käseaufstrich oder
    Schlagsahne, die eines der oben genannten Öle enthält

Stop!

Diese Lebensmittel sind reich an Phytylfettsäureestern.

Sonstiges

  • Krabben
  • Leinsamen/Leinöl
  • Schwarze Sesamsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Goldene Leinsamen
  • Grünkohl
  • Soja-Burger (außer Rindfleisch)
  • Dunkle Schokolade
  • Milchfreie / vegane Butter, Käse, Frischkäse, Streichkäse oder
    Schlagsahne mit Leinsamen / Leinöl
  • Gigantes / griechische weiße Riesenbohnen
  • Cannellini-Bohnen / weiße Kidneybohnen
  • Kakaobutter
  • vegane bzw. milchfreie Schokolade mit Kakaobutter

FAQ

Den FAQs haben wir uns nach der Einführung des neuen Diätplans im Januar 2024 angenommen. Die Ernährungsberaterinnen der Guy’s & St Thomas haben die Fragen beantwortet.
Wann sollte ich zusätzlich zu Stufe 1 auch Stufe 2 berücksichtigen?

Grundsätzlich sollte zunächst Stufe 1 vollständig umgesetzt werden. Bleibt der Phytansäurespiegel trotz konsequenter Umsetzung weiterhin erhöht, kann zusätzlich Stufe 2 berücksichtigt werden.
Die Ernährungsempfehlung 2026 nennt dafür keinen festen Phytansäure-Grenzwert. Deshalb würde ich die bisherigen 800 µmol/L nicht mehr als allgemeine Schwelle auf der Homepage nennen.
Wenn Ihnen Stufe 2 empfohlen wurde, gilt weiterhin Stufe 1. Wird ein Lebensmittel in Stufe 2 stärker eingeschränkt, hat für dieses Lebensmittel die Einstufung der Stufe 2 Vorrang.

Die Ernährungsempfehlung 2026 definiert hierfür keinen allgemein gültigen Zielwert. Der Phytansäurespiegel sinkt normalerweise allmählich, nicht geradlinig, und die Entwicklung kann von Person zu Person unterschiedlich verlaufen.
Deshalb sollte nicht nur ein einzelner Messwert betrachtet werden, sondern die Entwicklung über einen längeren Zeitraum gemeinsam mit dem behandelnden Team.
Anmerkung: Auch die bisherige FAQ-Antwort aus dem Webinar betonte bereits den langfristigen Trend.

Wenn Ihnen empfohlen wurde, Stufe 2 zu befolgen, sollten Sie die dortigen Einschränkungen nicht eigenständig aufheben. Stufe 2 ergänzt Stufe 1 und hat bei unterschiedlich eingestuften Lebensmitteln Vorrang. Ob einzelne Lebensmittel wieder häufiger verzehrt werden können, sollte deshalb individuell mit dem Ernährungsberater bzw. dem medizinischen Team besprochen werden.

Stufe 2 enthält die Lebensmittel, für die aufgrund ihres Gehalts an Phytylfettsäureestern zusätzliche Einschränkungen empfohlen werden.
Für Lebensmittel, die dort nicht aufgeführt sind, lässt sich daraus keine eigene Stufe-2-Einstufung ableiten. Deshalb sollten wir auch nicht vorsorglich weitere Lebensmittel auf eigene Initiative einschränken. Wenn ein nicht aufgeführtes Lebensmittel regelmäßig oder in größeren Mengen gegessen wird und Unsicherheit besteht, sollte dies mit dem Ernährungsberater besprochen werden. Das trifft beispielsweise auf eine frühere FAQ Zucchini oder Petersilie zu: Die Empfehlung lautete bereits damals, nur die in Stufe 2 aufgeführten Gemüsearten zusätzlich einzuschränken.

Die in der aktuellen grünen Liste der Stufe 1 ausdrücklich aufgeführten Nüsse und Samen können nach Stufe 1 verzehrt werden. Wer jedoch zusätzlich Stufe 2 befolgt, muss auch dort nachsehen: Einige Nüsse, Samen und daraus hergestellte Produkte werden in Stufe 2 eingeschränkt. Beispielsweise stehen Erdnüsse und Pekannüsse dort in Gelb, während unter anderem schwarze Sesamsamen und Sonnenblumenkerne in Rot stehen. Deshalb gilt auch hier: Bei Stufe 2 immer beide Listen prüfen.
Bei einigen Bezeichnungen kann es im Deutschen leicht zu Missverständnissen kommen. Garnelen/Shrimps stehen in Stufe 1 Grün. Krabben (Crab) stehen in Stufe 1 Rot. Gerade in Deutschland ist wichtig: Nordseegarnelen werden umgangssprachlich häufig „Krabben“ genannt – gemeint sind in der roten Liste jedoch Crab, nicht Garnelen. Beim Barsch wurde die Bezeichnung 2026 präzisiert: Grün ist ausdrücklich Süßwasserbarsch. Deshalb sollte die Freigabe nicht automatisch auf jede Barschart übertragen werden. Beim Seelachs ist besondere Vorsicht bei den Bezeichnungen nötig: Köhler (Pollachius virens) steht in Stufe 1 Grün. Pollack / Heller Seelachs (Pollachius pollachius) steht in Stufe 1 Rot. Deshalb sollte immer auf die genaue Bezeichnung geachtet werden.
Nein. Der Notfallplan soll verhindern, dass der Körper wegen unzureichender Energiezufuhr Fettreserven abbaut und dabei Phytansäure freisetzt. Dafür steht die Versorgung mit Glukose bzw. Kohlenhydraten im Vordergrund. Proteinshakes sind deshalb kein Ersatz für das in der Guidance beschriebene Notfallregime. Davon zu unterscheiden sind Trinknahrung bzw. orale Nahrungssupplemente bei geringem Appetit. Diese können 2026 ausdrücklich berücksichtigt werden, ihre Zutaten müssen jedoch geprüft werden.
Die Ernährungsempfehlung 2026 nennt keine feste Kohlenhydratmenge für jeden einzelnen Snack. Sie gibt jedoch klare Grundregeln vor: insgesamt mindestens 200 g Kohlenhydrate pro Tag, verteilt auf Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten, einschließlich eines Snacks vor dem Schlafengehen, keine kohlenhydratfreien Mahlzeiten. Bei körperlicher Aktivität von mehr als 45 Minuten sollen zusätzlich während der Aktivität Kohlenhydrate aufgenommen werden. Die Guidance nennt bei einem 90-minütigen Spaziergang beispielsweise eine Banane oder einige Datteln nach etwa 45 Minuten.
Die Ernährungsempfehlung 2026 nennt neurologische Symptome nicht als alleinigen Grund, automatisch von Stufe 1 auf Stufe 2 umzustellen. Stufe 2 wird dann relevant, wenn der Phytansäurespiegel trotz vollständiger Umsetzung von Stufe 1 weiterhin erhöht ist. Neue oder zunehmende neurologische Beschwerden sollten unabhängig davon medizinisch abgeklärt werden. Eine Änderung der Ernährung sollte deshalb nicht allein anhand eines einzelnen Symptoms vorgenommen werden.
Gewichtsabnahme kann Phytansäure aus den körpereigenen Fettreserven freisetzen und dadurch den Phytansäurespiegel im Blut erhöhen. Deshalb sollte eine geplante Gewichtsabnahme nur unter enger Begleitung durch das medizinische und ernährungstherapeutische Team erfolgen. Die medizinische Leitlinie 2026 empfiehlt, bei Phytansäurewerten über 200 µmol/L auf eine beabsichtigte Gewichtsabnahme zu verzichten. Höhere Ausgangswerte sind mit einem stärkeren Anstieg des Phytansäurespiegels während der Gewichtsabnahme und damit mit einem höheren Risiko verbunden. Wenn eine Gewichtsabnahme gewünscht oder medizinisch notwendig ist, sollte sie sehr langsam erfolgen und der Phytansäurespiegel regelmäßig kontrolliert werden.